Werler Straße 82 gekündigt

Das antifaschistische Jugendbündnis in Hamm, der haekelclub 590, begrüßt die schnelle Reaktion des Vermieters und seinen Willen schnellstmöglich die Neonazis und die NPD aus seinen Räumen zu verbannen. Der haekelclub 590 hatte am vergangenen Freitag – noch vor der Berichterstattung zur Nutzung der Räume – in einem Brief an den Vermieter um sein Einschreiten gebeten und die Kündigung gefordert.

Medien- und Presseberichte zu diesem Thema findest du hier.

Durch die Nutzung der Räumlichkeiten durch die NPD für eine Vortragsveranstaltung mit der verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel war am vergangenen Wochenende die Situation an der Werler Straße 82 bekannt geworden. Der haekelclub dankt der Antifaschistischen Aktion Hamm und der Antifa UNited für ihre ausführlichen und erfolgreichen Recherchen. “Der Fall zeigt, wie wichtig gesellschaftliches Engagement ist, um Naziaktivitäten aufzudecken und gegen sie vorzugehen und bestätigt uns darin, als Bündnis weiterhin eng zusammenzuarbeiten und Faschismus und Rassismus entschieden entgegenzutreten.” Im haekelclub 590 haben sich die Jugendorganisation ADGH, die Antifa, die BezirksschülerInnenvertretung Hamm, die DGB Jugend, Die Falken und die drei Parteijugendorganisationen Jusos, Grüne Jugend und Linksjugend zusammengeschlossen.

Um zukünftige ähnliche Situationen zu vermeiden, fordert der haekelclub die Stadt Hamm auf, Vermieter ähnlicher Räumlichkeiten über die rechte Szene aufzuklären. “Gerne sind wir auch dazu bereit, die Stadt und alle anderen Stellen mit unserem Wissen über die lokale Szene zu unterstützen.” Dem Vermieter und Anwohnern der Werler Straße 82 muss die Stadt kurzfristig Hilfe und Unterstützung zukommen lassen. Die ersten Äußerungen des Vermieter-Anwalts weisen zwar daraufhin, dass die Kameradschaft Hamm und die NPD erneut nur über eine Täuschung an die Räumlichkeiten gekommen ist – “Jedoch ist mit der fristlosen Kündigung der Räumlichkeiten das Problem vor Ort noch nicht behoben”, weist der haekelclub auf die Möglichkeit eines längeren Rechtsstreits hin.

Außerdem ist auch mit dem -hoffentlich baldigen- Entzug der Räumlichkeiten für die rechte Szene, dass Problem weiter akut. Jahrelang wurde die Gefahr kleingeredet und bei Naziaktivitäten weggeschaut. Den jetzigen Weg der breiten Öffentlichkeit, der Wachsamkeit und dem gemeinsamen Einschreiten gegen Faschismus und Rassismus muss Hamm gemeinsam weitergehen.

Nachdem schon im vergangenen Jahr am 1. Oktober knapp 700 Menschen sich am Protest des haekelclub 590 am Naziaufmarsch in Hamm beteiligt haben und ein breites Bündnis sich hinter dem Aufruf zusammengefunden hat, kündigt der haekelclub an, auch in diesem Jahr den gemeinsamen Protest zu organisieren. “Ein Protest gegen den Naziaufmarsch darf nicht politisch ausgenutzt werden, sondern muss erneut unter dem Motto “GEMEINSAM” gestellt werden”, ruft der haekelclub 590 die Hammer Bürgerinnen und Bürger auf am 6. Oktober gegen rechtes Gedankengut auf die Straße zu gehen.

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